Abteilung 12 des DDR-Postministeriums

Einen Briefumschlag, den ich zugeklebt, frankiert und in einen DDR-Briefkasten geworfen hatte, ließ der DDR-Postminister

Rudolph Schulze gleich mal wieder aus dem Postsack fischen. Die mit und in dem Brief formulierten Worte, ja schon die Adresse, so ließ der Unionsfreund aus der DDR-Block-CDU seinen Postamtmann verlauten, seien verboten. Sie verstießen gegen § 11 Absatz 1 seiner Postordnung und würden deshalb von der Beförderung ausgeschlossen. Den Genossen hat er umgehend die Zeilen übergeben.

In jedem DDR-Kreispostamt hatte Unionsfreund Schulze eine „Abteilung 12“ sitzen, welche  Briefe aufzudampfen hatte. Im Zuge des Sozialistischen Wettbewerbs war für 1989 eine „Aufdampfquote von 90 %“ angestrebt.

Unionsfreund Erhart Neubert hat das 2005 alles mal untersuchen lassen. Das war im letzten Jahr seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter Bildung und Forschung beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit, also in der Jahn-Behörde. Natürlich hat Erhart Neuberts Mitarbeiterin herausgefunden, dass die Abteilung 12 des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der DDR identisch war mit der Arbeitsgruppe M des Ministeriums für Staatssicherheit.

Die bösen Stasi-Buben, so Unionsfreund Erhart Neubert in einer anderen, von ihm persönlich verfassten Publikation, seien schon immer sehr perfide gewesen zu den Unionsfreunden von der DDR-Block-CDU.