Aufgearbeitet

 – Geschichten aus dem Wendeland

Das Wort „Aufarbeitung“ erklärt die deutschamerikanische Soziologin Inga Markovits (Universität Houston / Texas) ihrem englischsprachigen Publikum so:

„There is much talk today in Germany about the Aufarbeitung (literally, the >>working over<<) of its recent history – a very German word that is usually translated as >>coming to terms with the past<< (on whose terms?) but that also evokes Freudian connotations of working out the personal impact and significance of events hitherto repressed, and that, in a more mundane and domestic meaning, also can be used to describe the remodeling of an old garment (>>ein Kleidungsstück aufarbeiten<<) to make it look as good as new.

(Selective Memory: How the Law Affects What We Remember and Forget about the Past: The Case of East Germany, Law & Society Review, Vol. 35, No. 3; 2001, pp. 513-563)

Ich übersetze das (sehr) frei mit:

„Aufarbeitung ist ein äußerst deutsches Wort. Und hat im Übrigen diese bekannte Freud’sche Doppelbedeutung. Aufarbeitung bezeichnet in der deutschen Sprache auch die Wiederverwertung von Lumpen.“

Doch will ich Ihnen ein Schreiben nicht verheimlichen, das mir 2007 von einem Zwickauer  Anwaltskollegen übersandt worden ist.

Von einem Erhart Neubert soll es seiner Aussage nach stammen, einem wackeren Aufarbeiter aus der DDR – Block – „CDU, der er nach einigen Jahren der kritischen Distanz seit 1996 WIEDER angehört.“

Das letzte Zitat wiederum stammt aus der Feder des damaligen Vorsitzenden der Evangelischen Arbeitskreise, EAK, der CDU Sachsen-Anhalts. Der Unionsfreund, ebenfalls der DDR-Block-CDU entstammend, hatte es 2005 in seinem Osterrundschreiben (S. 7) veröffentlicht.